Anti-Piraterie-Allianz will gegen Piraterie-Giganten vorgehen

Die Anti-Piraterie-Vereinigung ACE (Alliance for Creativity and Entertainment), zu der unter anderem auch Amazon und Netflix gehören, will rechtlich gegen diverse Piraterie-Seiten, darunter »s.to« und »bs.to«, vorgehen. Diese Seiten zählen zu den größten deutschsprachigen illegalen Streaming-Plattformen, deren Portfolio auch Anime beinhaltet.


Anti-Piraterie-Allianz fordert alle Informationen über Eigentümer

Die ACE will mittels einer Zwangsvorladung der Tonic Domain Corp., der offiziellen Registrierungsstelle der Domainendung .to, die Herausgabe aller Informationen hinter den betreffenden Domains der Streaming-Seiten erwirken. Dies würde unter anderem Namen und Postanschriften, IP-Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Zahlungsinformationen und weitere Daten, die in Verbindung mit den Inhabern stehen, umfassen.

Bei .to handelt es sich zwar um die Top-Level-Domain des Königreichs Tonga, allerdings verfügt Tonic über eine US-Niederlassung mit kalifornischer Adresse. Diese fällt somit in die Zuständigkeit von US-Gerichten. Wie es bei diesen sogenannten DMCA-Zwangsvorladungen üblich ist, genehmigt ein Gerichtsbeamter den Antrag ohne Aufsicht eines Richters.

Da dies im Fall von »s.to« bereits geschehen ist, muss Tonic nun die angeforderten Informationen übergeben. Wie wertvoll diese Daten sein werden, bleibt allerdings noch abzuwarten, da es laut TorrentFreak in solchen Fällen oft vorkommt, dass lediglich gefälschte Daten herausgegeben werden.

Um dies in Zukunft zu verhindern, unterzeichneten im letzten Monat mehr als 50 Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche einen Brief an die EU-Kommission. In diesem bitten sie darum, für alle Domain-Verwaltungsstellen striktere »Know Your Business Customer«-Verfahren als Teil des Digital Services Act in Betracht zu ziehen. Hiermit soll erreicht werden, dass diese Stellen künftig mehr Prüfungen durchführen, um die Identität ihrer Kunden ordnungsgemäß zu bestätigen.

Ob die Bemühungen der ACE, die auch rechtlichen Druck auf Cloudflare ausübt, um an die Daten weiterer Piraterie-Webseiten zu gelangen, letztendlich erfolgreich sein werden, steht noch in den Sternen. Im Falle eines Scheiterns könnte dies jedoch eine große Signalwirkung haben und aufzeigen, dass strengere Vorschriften notwendig wären.

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